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Interview THEATER IN DER KREIDE

Interview THEATER IN DER KREIDE

Freunde des hypothalamus!

Kurz vor dem morgigen Gastspiel dieser tollen Theatertruppe konnten wir noch einen der Akteure ans Telfon zerren und ein kleines Interview führen.

hypothalamus:
Hallo, Theater in der Kreide! Mit wem von euch haben wir es zu tun, und was verschafft uns schon wieder die Ehre eures Besuchs?

TiK:
Hallo, hypothalamus! Ich heiße Volker, spiele seit sechs Jahren bei dem Münsteraner Ensemble und im aktuellen Stück die Rolle des Führers. Bei euch in Rheine treten wir eigentlich nur auf, weil ihr noch ein Versprechen einlösen müsst.

hypothalamus:
Welches Versprechen?

TiK:
Dass man bei einem Szenenwechsel hinter die Bühne und zurück kommt, ohne einmal komplett die Stadtmitte umrunden zu müssen. Scherz! Wir haben im November 2013 mit den Physikern von Dürrenmatt unser erstes Hypothalamus-Erlebnis gehabt. Da wir oft mehrere Rollen bekleiden, muss schon mal während des Stücks schnell das Kostüm gewechselt werden. Und der Umweg über euren Hinterhof zur Umkleide ist nur eine schöne Anekdote eines Abends, der uns Riesenspaß gemacht hat. Und jetzt lösen wir ein Versprechen ein.

hypothalamus:
Welches Versprechen?

TiK:
Hey, die Fragen wiederholen sich… Nun, das von Reinhard Stähling gegründete Ensemble hat sich im Münsterland einen Ruf mit ungewöhnlichen, clownesken Inszenierungen von Brecht-Stücken erworben. Wir sind euch also noch ein Theaterwerk von Bertolt Brecht schuldig. Hier ist es: Die Ausnahme und die Regel.

hypothalamus:
Da klingelt es – anders als bei Leben des Galilei oder der Dreigroschenoper – nicht sofort, oder?

TiK:
Das ging uns nicht anders. Bei Die Ausnahme und die Regel handelt es sich um eins von Brechts Lehrstücken für Schauspieler. Es ist aber allemal sehenswert und karikiert das Prinzip der putativen Notwehr.

hypothalamus:
Was muss man darunter verstehen?

TiK:
Es beschreibt die Möglichkeit, aus Notwehr heraus handeln zu dürfen, auch wenn sich alles später als großer Irrtum herausstellt. Brecht treibt das einzigartig auf die Spitze. Ein herrischer Unternehmer hetzt zwei Untergebene durch die Wüste, wirft einen auf halber Strecke raus und erschießt den anderen. Vor Gericht aber verkehrt sich das Täter-Opfer-Bild. Es wird nur noch darüber verhandelt, ob der Kaufmann seine Leute so sehr drangsalierte, dass er letztlich von einem unmittelbar bevorstehenden Attentatsversuch auf ihn ausgehen musste.

hypothalamus:
Ernstes Thema. Und das eignet sich für eine Inszenierung im witzigen Volkstheater-Stil?

TiK:
Das ist unser Versprechen!

Jen

17. Januar 2015

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